Demokratie und Markt ist nicht dasselbe – aber etwas ähnliches. Bürger sind sowohl Wähler als auch Konsumenten. Durch ihre Entscheidungen geben sie Wertungen ab: für Politiker, aber auch für Produkte und Leistungen. In der Demokratie hat jeder genau eine Stimme; auf dem Markt hängt die Kaufkraft von der Leistungsfähigkeit ab. Beides hat Vor- und Nachteile. Man könnte etwa sagen, es sei unfair, dass jeder Bürger genau eine Wählerstimme hat. Schließlich engagieren und interessieren sich manche Bürger mehr für die Demokratie, manche tun mehr für ihr Land; andere wiederum sind intelligenter oder aber auch tugendhafter. Dennoch hat jeder nur eine Stimme. Das ist nicht „gerecht“, aber es gibt keine objektiven Kriterien, nach denen man das Wahlrecht „gerechter“ verteilen könnte – und deswegen gilt eben „one man, one vote“.

Auf dem Markt haben manche größere Kaufkraft als andere. Das ist natürlich auch nicht immer fair. Denn nicht immer haben die Kaufkräftigen auch entsprechend mehr geleistet. Doch auch hier gilt: es gibt keine bessere Lösung. Denn das Leistungsprinzip ist an sich durchaus fair; außerdem steigert und verbessert es den Gesamtoutput an gesellschaftlichen Leistungen.

Nicht alles kann man kaufen; und nicht jeder Wert hat einen Preis. Andererseits ist auch nicht jedes System „demokratisch“ steuerbar… Wettbewerb ist wichtig, aber auch Kooperation. Die Chance, aus der Masse herauszustechen ist wichtig; aber eben auch gewisse Minimalrechte und -ansprüche für alle.

Es wäre natürlich sinnvoll, dass die Klügsten und Charakterstärksten eine Gesellschaft lenken und anführen. Aber nicht immer lassen sie sich bestimmen. Deshalb funktioniert eine Mischung aus dem Recht des/der Stärkeren/Besseren/Klügeren – und dem „gleichen Recht für alle und jeden“ letztlich am besten.

Manchmal ist Ungleichheit gut; manchmal Gleichheit. Marktkräfte und demokratisch-gleiche Mitbestimmung können einander gut ergänzen – gegenseitige Regulative sein.

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